Forschungserleuchtung Nr. 13
5 Apr 2026

Forschungsschwerpunkt 13 stellt eine wegweisende Studie von Forschern der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Beni Suef vor, die den Zusammenhang zwischen Abschlussprüfungshonoraren, Prüfungsqualität und Unternehmenswert untersucht. Die Studie analysiert die entscheidende Rolle der Vertragslaufzeit zwischen Unternehmen und externen Wirtschaftsprüfern für diese Zusammenhänge. Diese Forschung gehört zu den ersten, die dokumentierte Belege aus einem aufstrebenden afrikanischen Markt für diese komplexe Wechselbeziehung liefert, insbesondere angesichts der Herausforderungen, vor denen der ägyptische Markt steht, wie z. B. schwache Governance-Praktiken, fehlende klare Regelungen zur Rotation von Wirtschaftsprüfern und die erheblichen Unterschiede in der Prüfungsqualität zwischen lokalen und internationalen Unternehmen.
Angesichts der entscheidenden Rolle der Abschlussprüfung für das Vertrauen in Finanzberichte und den Schutz von Anlegern untersuchten die Forscher die Auswirkungen von drei Schlüsselelementen – Abschlussprüfungshonoraren, Prüfungsqualität und Vertragslaufzeit – auf die Finanzberichterstattung. Sie nutzten dafür Daten von 80 nicht-finanziellen ägyptischen Unternehmen, die zwischen 2016 und 2020 an der Börse notiert waren. Die Ergebnisse zeigten eine direkte Korrelation zwischen Abschlussprüfungshonoraren und Prüfungsqualität. Unternehmen, die höhere Honorare zahlen, erhalten häufig genauere und qualitativ hochwertigere Prüfungsleistungen, da die Unternehmen über qualifizierte Teams mit umfassenderer Berufserfahrung verfügen. Die Studie zeigte jedoch, dass dieser positive Zusammenhang mit zunehmender Vertragslaufzeit zwischen dem Wirtschaftsprüfer und dem Unternehmen schwächer wird. Die Forscher interpretierten dies als Folge davon, dass längere Geschäftsbeziehungen die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers im Laufe der Zeit beeinträchtigen können.
Die Ergebnisse belegten zudem, dass eine höhere Prüfungsqualität direkt zu einem höheren Marktwert des Unternehmens führt. Dies ist auf ein größeres Vertrauen der Anleger in die Richtigkeit der Finanzinformationen, ein geringeres Risiko von Manipulationen oder Fehlern sowie eine verbesserte Transparenz bei Investitionsentscheidungen zurückzuführen. Dieser positive Effekt ist jedoch bei Unternehmen mit kürzeren Prüfungsaufträgen deutlich stärker ausgeprägt, da die Wirtschaftsprüfer hier tendenziell unparteiischer und durchsetzungsfähiger agieren. Die Studie zeigt, dass die Prüfungsdauer ein entscheidender Faktor ist, der alle genannten Zusammenhänge beeinflusst. Bei kurzfristigen Verträgen steigt die Prüfungsqualität mit höheren Honoraren deutlich an, und diese Verbesserung spiegelt sich in einem höheren Unternehmenswert wider. Umgekehrt nimmt bei langfristigen Verträgen, die den Stichprobendurchschnitt von neun Jahren überschreiten, die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers allmählich ab, der Zusammenhang zwischen Honoraren und Qualität schwächt sich ab, und der Einfluss der Prüfungsqualität auf den Unternehmenswert verringert sich.
Diese Ergebnisse bekräftigen die Forderung nach klaren Richtlinien für den regelmäßigen Wechsel von Wirtschaftsprüfern, um die Unabhängigkeit zu gewährleisten und die Qualität der Finanzberichterstattung zu verbessern. Die Studie unterstreicht zudem die Notwendigkeit, dass der ägyptische Markt einen fünfjährigen Wechsel der Wirtschaftsprüfer einführt, die Aufsicht über Wirtschaftsprüfungsgesellschaften verstärkt, die Offenlegungspflichten und die Corporate Governance verbessert, die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer fördert und deren Arbeitsbedingungen optimiert. Die Ergebnisse liefern wichtige praktische Hinweise für Entscheidungsträger der Finanzaufsichtsbehörde, der ägyptischen Börse und der Prüfungsausschüsse von Unternehmen, um die Qualität der Finanzberichterstattung zu verbessern und das Vertrauen der Anleger zu stärken. Erwähnenswert ist, dass diese Studie im „Journal of Financial Reporting and Accounting“ von Emerald Publishing veröffentlicht wurde. Die Zeitschrift hat einen Impact-Faktor von 9,2 und ist laut Scopus-Datenbank im Bereich Finanzen und Wirtschaft im ersten Quartal (Q1) gelistet. Sie ist außerdem in der ESCI Clarivate-Datenbank indexiert.